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GeldanlageAktualisiert: 9. Mai 202614 Min. Lesezeit

Neobroker im Vergleich: Trade Republic, Scalable & Co.

Von Redaktion Verbraucherzentrale Finanzen und Versicherungen

Stand: 09.05.2026Redaktion: Verbraucherzentrale Finanzen und VersicherungenPrüfung: Vier-Augen-Prinzip
Quellen geprüftKeine Affiliate-Links

Neobroker im Überblick

Neobroker haben den deutschen Brokermarkt seit 2019 revolutioniert. Durch minimale Gebühren, einfache Apps und niedrige Einstiegshürden haben sie Millionen neuer Anleger an die Börse gebracht. Doch die Unterschiede zwischen den Anbietern sind relevant – ein Vergleich lohnt sich.

Gemeinsame Merkmale aller Neobroker:

  • Keine Depotgebühren
  • Kostenlose oder sehr günstige ETF-Sparpläne
  • App-first-Ansatz (teilweise auch Web-Zugang)
  • Eingeschränkte Handelsplatzauswahl
  • BaFin-reguliert, deutsche Einlagensicherung

Trade Republic

Stärken:

  • Über 4 Millionen Kunden in Deutschland – größter Neobroker Europas
  • 1 € Fremdkostenpauschale pro Trade, Sparpläne komplett kostenlos
  • Über 2.400 sparplanfähige ETFs, ab 1 € Sparrate
  • 3,75 % Zinsen auf Cash (Stand 2024/2025, variabel)
  • Eigene IBAN: Kann als Girokonto-Ersatz genutzt werden (Karte, Überweisungen)
  • Fractional Shares: Bruchstücke von teuren Aktien kaufen

Schwächen:

  • Nur ein Handelsplatz (Lang & Schwarz Exchange)
  • Keine komplexen Ordertypen (keine OCO, kein Trailing Stop)
  • Kundenservice teilweise langsam (nur per Chat/E-Mail)
  • Keine Gemeinschaftsdepots möglich

Scalable Capital

Stärken:

  • Zwei Modelle: Free Broker (0,99 €/Trade) oder PRIME+ (4,99 €/Monat, dann 0 €/Trade)
  • Zugang zu gettex UND Xetra – breitere Handelsplatzwahl
  • Über 2.500 sparplanfähige ETFs, Sparpläne immer kostenlos
  • Web-Plattform und App gleichwertig nutzbar
  • Zinsen auf Cash (variabel, aktuell ca. 2,6 % im PRIME+ Modell)
  • Krypto-Handel integriert

Schwächen:

  • PRIME+ Abo lohnt sich erst ab ca. 5 Trades/Monat
  • Kein eigenes Girokonto/IBAN
  • Keine Fractional Shares bei Einzelaktien

finanzen.net zero

Stärken:

  • Wirklich 0 € Ordergebühren ab 500 € Ordervolumen
  • Unter 500 €: 1 € Mindermengenzuschlag
  • Breites ETF-Sparplan-Angebot (über 1.500 ETFs)
  • Zugehörigkeit zur finanzen.net-Gruppe (etabliertes Finanzportal)

Schwächen:

  • Nur ein Handelsplatz (gettex)
  • Mindest-Sparrate 25 € (höher als bei Trade Republic)
  • Geringerer Funktionsumfang als Konkurrenten
  • Keine Zinsen auf Cash

Smartbroker+

Stärken:

  • Zugang zu allen deutschen Handelsplätzen inklusive Xetra
  • Günstige Konditionen: 0 € über gettex (ab 500 €), 4 € über Xetra
  • Breites Wertpapier-Angebot (Aktien, ETFs, Anleihen, Optionsscheine)
  • Für aktive Trader mit Bedarf an Handelsplatzauswahl

Schwächen:

  • Neues System nach Relaunch – teilweise noch Kinderkrankheiten
  • Keine Zinsen auf Cash
  • Kundenservice ausbaufähig

PFOF und EU-Regulierung

Payment for Order Flow (PFOF) ist das Geschäftsmodell hinter den kostenlosen Trades: Neobroker leiten Ihre Orders an Market Maker weiter, die dafür eine Rückvergütung zahlen. Die EU hat PFOF ab 2026 verboten.

Was bedeutet das für Anleger?

  • Neobroker müssen ihr Geschäftsmodell anpassen
  • Trade Republic hat bereits ein alternatives Gebührenmodell eingeführt (Girokonto, Karte, Zinsen)
  • Sparpläne bleiben voraussichtlich kostenlos (Refinanzierung über Kickbacks der Fondsgesellschaften)
  • Einzeltrades könnten in Zukunft geringfügig teurer werden

Für langfristige ETF-Sparer ändert sich voraussichtlich wenig: Sparpläne sind das Kernprodukt der Neobroker und werden auch nach dem PFOF-Verbot günstig bleiben.

Welcher Broker für wen?

  • Reiner ETF-Sparplan + Cash-Verzinsung: Trade Republic – kostenlose Sparpläne + attraktive Zinsen auf Cash
  • ETF-Sparplan + gelegentliche Einzelkäufe: Scalable Capital Free Broker – flexibel und günstig
  • Viel-Trader (10+ Trades/Monat): Scalable Capital PRIME+ – Flatrate-Modell spart bei hoher Frequenz
  • Maximale Handelsplatzauswahl zum Neobroker-Preis: Smartbroker+ – alle Börsen, faire Preise
  • Absolute Einsteiger: Trade Republic – einfachste Bedienung, alles aus einer App

Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Für die allermeisten Privatanleger mit einem ETF-Sparplan ist jeder der genannten Neobroker eine gute Wahl. Die Unterschiede sind bei einem Buy-and-Hold-Ansatz minimal. Wählen Sie den Anbieter, dessen App Sie am intuitivsten finden.

Häufig gestellte Fragen

Sind Neobroker sicher?
Ja. Alle genannten Neobroker haben eine deutsche BaFin-Lizenz oder kooperieren mit einer BaFin-lizenzierten Bank. Wertpapiere sind als Sondervermögen geschützt, Cash bis 100.000 € durch Einlagensicherung. Im Insolvenzfall des Brokers bleiben Ihre Wertpapiere Ihr Eigentum.
Warum sind Neobroker so günstig?
Haupteinnahmequellen sind: Payment for Order Flow (Rückvergütung von Market Makern), Zinsmarge auf Cash-Bestände, Premium-Abos (z. B. Scalable PRIME+), und Spread-Beteiligung. Durch digitale Prozesse und wenig Personal sind die Betriebskosten deutlich niedriger als bei klassischen Banken.
Kann ich von einem Neobroker zu einer Bank wechseln?
Ja, ein Depotübertrag ist jederzeit möglich und gesetzlich kostenlos. Der aufnehmende Broker übernimmt die Übertragung. Dauer: 1–4 Wochen. Ihre steuerlichen Anschaffungsdaten werden mitübertragen. Während des Übertrags können Sie die Wertpapiere nicht handeln.
Gibt es Nachteile bei einem Neobroker?
Einschränkungen: Nur 1–2 Handelsplätze (breitere Spreads bei exotischen Wertpapieren), eingeschränkter Kundenservice (meist nur Chat/E-Mail), keine persönliche Beratung, teilweise keine Gemeinschaftsdepots oder Junior-Depots. Für einen ETF-Sparplan sind diese Einschränkungen aber meist irrelevant.
Was passiert mit meinem Depot, wenn ein Neobroker pleitegeht?
Ihre Wertpapiere sind Sondervermögen und bleiben Ihr Eigentum – sie werden nicht Teil der Insolvenzmasse. Sie müssten Ihre Wertpapiere zu einem anderen Broker übertragen. Cash auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 € durch die Einlagensicherung geschützt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 9.5.2026 aktualisiert und redaktionell geprüft.

Redaktionelle Verantwortung: Redaktion Verbraucherzentrale Finanzen und Versicherungen, Verbraucherzentrale Finanzen und Versicherungen · Prüfung nach dem Vier-Augen-Prinzip

Quellen: Öffentlich zugängliche Geschäftsberichte, regulatorische Filings, anerkannte Finanzdatenbanken · Keine Anlageberatung i.S.d. § 2 Abs. 8 Nr. 10 WpHG

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